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An der Leine

Gestern war wieder mal so ein Tag. Da hat mein Herrchen zu mir gesagt: "Du hast es gut, du hast keine Pflichten außer Fressen und Schlafen!", und ich habe das nicht auf mir sitzen lassen: "Dir zeigen, wie man das Leben genießt, und regelmäßig für deine körperliche Bewegung sorgen ist wohl gar nichts!" So, und da hat er mich beim Wort genommen. "Dann lass die Menschen doch an deiner Weisheit teilhaben, Schlappohr!" - Das war nun gar nicht fair, denn mein wirklicher Beiname ist "Schwarzer Blitz". Und die Schlappohren haben die Menschen den Hunden erst angezüchtet, um sie später wieder zu beschneiden und noch später das Beschneiden zu verbieten. Außerdem bin ich sicher: insgeheim beneidet er mich um meine warmen Ohren im Winter.

Okay. Habt ihr Lust, mit mir auf Entdeckungsreise zu gehen?

Ich habe euch ein Meditationsbild mitgebracht. Lasst es mal einen Augenblick wirken.
Unsere Freundin Britta zeichnet so etwas, damit die Menschen nicht immer Herrchen anschauen müssen, wenn er Vorträge hält.
 
 

Copyright by Britta Thordsen, Hamburg







"Leine" ist ja ein typisches Thema zwischen Hund und Mensch. Auf den ersten Blick würde man sagen: Ohne ist besser als mit. Aber ab und zu ist eine Leine ja gar nicht so schlecht: wenn eine czickige Kollegin vorbei kommt, zum Beispiel. Der Weg ist zu schmal - du kannst ihr nicht ausweichen. Du weißt, dass sie stärker ist als du. An der Leine kannst du sie nach Herzenslust anknurren und so tun, als würdest du sie mit Leichtigkeit fertig machen - wenn man dich nur ließe!

Herrchen sagt ja, manche Menschen tun so, als litten sie unter lebenslangem Leinenzwang. Dabei ist die bessere Seite der Leine immer die, an der der Mensch dran ist. Denn er kann sie festhalten oder loslassen. Aber manche Menschen tun so, als ob sie auf der Hundeseite seien! "Wenn ich nur nicht so angebunden wäre ... !" Ab und zu beißen sie noch ein bisschen in die Leine, aber sie beißen sie nicht durch. (Kunststück - hast du dir schon mal ein Menschengebiss angeguckt? Oder mal hingeguckt, in was die den ganzen Tag reinbeißen? Wo soll denn da die Kraft herkommen?)

Fühlst du dich auch manchmal so "angebunden"? Dann guck dir nochmal Brittas Bild an und fühle mal, ob es irgendwas in dir berührt. Und guck mal deine Leine entlang - woraus besteht sie eigentlich, und was ist am anderen Ende?

Solltest du Lust haben, einmal ohne Leine rumzulaufen ... Dann habe ich eine gute Nachricht für dich: Es gibt keinen Leinenzwang für Menschen. Wau!!


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